Albstadt Diese Holzquerflöte kann alles
Von Schwarzwälder-Bote 27.01.2016 -
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Musiker mit Schalk im Nacken: Roland Geiger und Katharina Ostarhild. Foto:
Archiv Foto: Schwarzwälder-Bote
Von Ute Büttner
Albstadt-Ebingen. Zu einer musikalischen Reise nach Irland mit einem
Abstecher nach Schottland haben Katharina Ostarhild und Roland Geiger die
zahlreichen Gäste im Kräuterkasten eingeladen. Dicht gedrängt saßen die
Gäste wie im Irish Pub, lauschten den beiden Musikanten. Von der Insel
erzählen die, von Klippen, Flüssen, dem Meer, von Maschinen, Menschen und
Geistern, von kriegerischen Clans in Schottland, von der Abneigung der Iren
gegenüber den Engländern: "Wir spielen keine englische Musik".
Die Reise beginnt im Norden mit "The Cliffs Of Moher"; die Flöte malt die
Landschaft, die Felsen, das Meer über der ruhigen Begleitung der Gitarre.
Dann wird es lebhaft, Menschen trippeln eilig, die Kuh muss gemolken
werden, man hört schon ihr Muhen.
Diese Holzquerflöte, gespielt von Roland Geiger, kann einfach alles. Sie singt,
zwitschert, lässt die Leute durcheinander wuseln bei "The Congress Reel", sie
rattert wie eine Maschine in "The Steampacket" und lässt zischend Dampf ab.
Sie verführt gefühlsbetont die Gäste dazu, "Amazing Grace" mitzusummen,
und zerstört augenzwinkernd diese Seligkeit, wenn sie sich plötzlich in einen
Dudelsack verwandelt.
Unheilverkündend bläst sie ganz leise, "The Banshee" taucht auf, die Gitarre
nimmt diese unheimlichen Laute auf. Dann vereinen sich die Instrumente
zum Geistertanz. Sie sind ein echtes Duo.
Katharina Ostarhild mit der Gitarre lässt den Regen, der aus der Flöte fließt,
als Tropfen aufhüpfen, ahmt mit ruhigen Schaukeln "Out On The Ocean" die
Wellenbewegungen nach, gibt Melodien vor, lässt mit ihrem Rhythmus die
Schotten aufmarschieren oder die Menschen mit "Reels" fröhlich rundherum
tanzen. Diese "Reels" vor allem machen verständlich, wie die Musik, die von
irischen Einwanderern in die Vereinigten Staaten von Amerika gebracht und
dort zum typisch amerikanischen Square Dance weiter entwickelt wurde.
Immer wieder gibt es ruhige Momente, vor allem, wenn Katharina Ostarhild
singt, elegisch vom Abschied "Ride On", eindringlich als Wunsch, die
Menschen mögen in Frieden leben "Both Side The Tweed". Sie singt
unaufdringlich, sauber und klar, völlig dem Rahmen angepasst.
Ostarhild und Geiger beherrschen ihre Instrumente perfekt, und alles wirkt
so spielerisch, so als seien ihnen die Melodien gerade eben eingefallen. Sie
erzählen sich gegenseitig davon, schauen sich fragend an und freuen sich,
wenn der Andere zustimmt. Mit "Lullabies" wollen sie schließlich die
Menschen zur Ruhe bringen. Dabei zeigt sich, dass auch Geigers helle
Singstimme wunderbar zur irischen Musik passt. Doch die Gäste wollen
überhaupt nicht schlafen, sie sind begeistert, klatschen vehement und
erhalten als Zugabe ein atemberaubendes Solo auf der Bassquerflöte.

Kontakt:

Roland Geiger

0163-7474559

info(at)roland-geiger.com